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Dienstag, 31. Dezember 2013

Freitag, 27. Juli 2012

BVG, S-Bahn Berlin... URLAUB!

Zeit um sich aufzuregen,
Wie alle Berliner,
Moserig - zurecht,
Auch wenn man beim Positiven bleiben soll.

Die Bahnen sind neu,
Und bleiben auf der Strecke liegen,
Die wochenlang gesperrt waren,
Weil die Schienen erneuert,
Und die Signalanlagen gewartet wurden.
Masse statt Klasse,
Der Übergang vom Inhalt zur Oberfläche.

Riesige, neue, kalte Bahnhöfe,
Ersetzen alte, warme, schlichte Bahnhöfe,
Als ob die Stadt zu viele Gelder aus Bayern kriegen würde,
Dabei braucht der Nahverkehr den Fokus aufs Wesentliche,
Funktionierende, pünktliche, hochfrequentierte Verkehrsmittel.
Stattdessen behindern die wenig nützlichen Großprojekte den Verkehr über Jahre.

Der Weg nach Hause gestern,
Über den Alex,
Wo die M4 immer noch nicht fährt,
Weil die Arbeiten - woran auch immer -
Sich verzögert haben
Und die Haltestelle - nicht wie angekündigt -
Immer noch nicht befahren wird.
Zu Fuß zur Haltestelle vom Ersatzbus,
Weil ich keine Lust habe zwei Haltestellen mit einer Ersatzbahn zu fahren,
Deren Haltestelle etwa eine Haltestelle von der eigentlichen Haltestelle entfernt ist
Dort in den Bus,
Zwei Stationen,
Dann wieder Tram,
Eine Station.

Heute Morgen mit der Ringbahn in den Westen
Na, nur bis zum Wedding, 
Weil eine Bahn auf der Strecke liegengeblieben ist
Und die Gleise blockiert.
Keine Informationen,
Nur Gedränge am Bahnsteig
Also U6 Richtung Friedrichstraße, 
Um dort die Stadtbahn zu nehmen...
Jedoch Pendelverkehr - auch hier.

Das ist zum Kotzen.
In vielen anderen Städten fahren alte Bahnen
Auf alten Schienen
Und sie fahren.
Immer mehr wird der ÖPNV Berlins,
Wie der zusammengebrochene Nahverkehr in NRW,
Dem Bundesland des Automobils,
Bloß, dass er hier wesentlich mehr benötigt wird.

Zum GLÜCK fliege ich morgen in den Urlaub,
Falls die S-Bahn denn zum Flughafen fährt,
Und lerne in Portugal,
Auf das zu warten was kommt,
Wann auch immer es kommt,
Ohne darüber zu bloggen.

Doch es wird dabei bleiben,
Schienen-Ersatz-Verkehr muss temporär bleiben. 
Eine chronische Bearbeitung aller wichtiger Verbindungsstrecken
Ist einfach eine (noch relativ neue) Krankheit dieses Nahverkehrs.

Dienstag, 16. August 2011

Selbstmord

Ein Student springt von der neunten Etage eines Universitätsgebäudes in den Tod, nachdem er eine Prüfung nicht bestanden hat. Ein Kollege sieht ihn aus seinem Fenster an sich vorbeifliegen und kann die folgenden Tage an nichts anderes mehr denken. Ein Professor wird in den nächsten Wochen noch viel mehr nachdenken, oder er ist schon endgültig abgestumpft. Keine Tageszeitung behandelt das Thema. Es ist wichtiger, dass irgendwer im Big Brother Haus duscht.

Es interessiert kaum, dass so etwas nicht zum ersten Mal an dieser Universität passiert ist.
Es interessiert, ob die Bildungsstatistik stimmt.
Es interessiert wie viel mehr man in den Stundenplan eines Studenten reinquetschen kann.
Es interessiert viele Kleinigkeiten teurer zu machen, weil alle mehr Geld brauchen: Studiengebühren, Bahntickets, Mieten, Personalausweise,...
Es interessiert nicht wie das jemand bezahlen soll, der kein Einkommen hat.
Es interessiert nicht wie man den Studenten helfen kann, das Kleinvieh an Mehrbelastungen zu meistern.
Es interessiert nicht, ob Studenten etwas an den Studiengängen bemängeln.
Es interessiert kaum einen Professor, was die Studenten mit ihrem bisherigen Hintergrund verstehen können.
Es interessiert aber auch kaum einen Studenten, dass Professoren auch Menschen mit Gefühlen sind.
Es interessiert leider nicht, ob ein Student für das Fach, welches er ausgewählt hat, geeignet ist. Ein direktes Ende mit Schrecken (versaute Eingangsprüfung) ist besser als ein jahrelanger Schrecken mit schrecklichem Ende.


Was nützen positive Zahlen, Statistiken, die beweisen sollen, wie gut es uns geht, wenn die Leute durch die Universitäten, die Frimen, die Dörfer und Städte rennen und dreinschauen als wären sie Zombies, die nicht in der Lage sind das Leben zu genießen?

Das deutsche Volk in einer Favela in Rio, es würde ihm helfen, um zu schätzen was es hat und was es braucht. Es würde helfen zu lernen, dass man mit sehr wenig Materiellem glücklich sein kann. Der Zustand einer Gesellschaft kann nicht mit Zahlen gemessen werden - so sehr Statistiken helfen mögen - dazu braucht man lediglich geöffnete Augen. Das Glück jedes Einzelnen muss mehr in den Vordergrund gerückt werden, es sollte in den Zielbestimmungen mehr Wert haben als fiktive Zahlen.

Mit diesen Worten gedenke ich einem jungen Mann, der sein Leben von der neunten Etage eines Berliner Universitätsgebäudes herunterschmiss. Einen sinnloseren Tod eines Menschen gibt es kaum, im Affekt, ohne Reflektion. Doch auch das ist Teil des Problems, jeder Mensch sollte die Zeit haben - und sie nutzen - um zu reflektieren.