Am Dock von Pudong
Schaue ich über den Huangpu
Und sehe
Versuche zu sehen
Gebäude aus dem 21sten Jahrhundert
Ich gehe vorbei an dem beeindruckenden Oriental Pearl Tower
Schaue hoch
Und sehe
Versuche zu sehen
Hunderte Meter Beton
Ein wahr gewordener Traum eines Architekten
Von der anderen Seite aus
The Bund
Sieht man
Versucht man zu sehen
Pudong in seiner Pracht
Mit dem Shanghai World Financial Center
Dem Jinmao Tower
Und halt dem Turm
Der den Berliner Fernsehturm verblassen lässt
Die Wege sind breit
Die Ubahn ist modern und voll
Die Shopping Malls sind sehr beliebt
Und natürlich der Reis dort,
Den es in allen der sehr zahlreichen Restaurants gibt
Jeden Tag
Und ich bin ein Nachtmensch
Klappen mir die Augen gegen zehn Uhr zu
Erschöpft von dem Dunst der dreckigen Luft
Der Körper will Ruhe
Der übliche Sport fehlt
Pompös,
Sauber,
Materialistisch,
Glänzend,
Leuchtend,
Und es bleibt bloß ein Traum
Denn wo keine Luft zum Atmen ist
Gibt es keinen Platz für das Leben
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Dienstag, 28. Januar 2014
Dienstag, 17. Dezember 2013
Dinner auf Chinesisch
Zwei Töpfe in einem Tisch eingesetzt,
Links scharfe Suppe, rechts milde Suppe, kochend
Es werden gebracht, in kleinen Schüsselchen,
Lamm, Schinken, Shrimps, Bambus, Tofu, Vogeleier und das ganze andere Zeug, das ich nicht kenne
Soßen holen,
Kochschürze umbinden,
Dann geht's los,
Wie beim Fondue,
Bloß mit Stäbchen,
Die es sicherlich nicht einfacher machen
Ein Performance-Koch kommt vorbei
Und zeigt uns in Kung-Fu-Manier, wie man Nudeln langzieht
Auch diese kommen in die kochende Brühe hinein
Trotz all meiner Ungeschicklichkeiten mit den zwei Holzstäbchen,
Rollen wir nach stundenlangem Schlemmen schließlich aus dem Restaurant
In die noch immer verregneten Straßen Shanghais
Man kann nicht alles haben, entweder Regen, oder Smog
Aber köstlich dinieren, das geht hier immer
Links scharfe Suppe, rechts milde Suppe, kochend
Es werden gebracht, in kleinen Schüsselchen,
Lamm, Schinken, Shrimps, Bambus, Tofu, Vogeleier und das ganze andere Zeug, das ich nicht kenne
Soßen holen,
Kochschürze umbinden,
Dann geht's los,
Wie beim Fondue,
Bloß mit Stäbchen,
Die es sicherlich nicht einfacher machen
Ein Performance-Koch kommt vorbei
Und zeigt uns in Kung-Fu-Manier, wie man Nudeln langzieht
Auch diese kommen in die kochende Brühe hinein
Trotz all meiner Ungeschicklichkeiten mit den zwei Holzstäbchen,
Rollen wir nach stundenlangem Schlemmen schließlich aus dem Restaurant
In die noch immer verregneten Straßen Shanghais
Man kann nicht alles haben, entweder Regen, oder Smog
Aber köstlich dinieren, das geht hier immer
Mittwoch, 11. Dezember 2013
Gummiente
Gerade Ente bestellt
Der größte Fehler, den man machen kann,
Wenn ein Restaurant schlecht besucht ist
Und man keine Ente vorbestellt hat
Sie kommt binnen Sekunden,
Kalt,
Gummi,
Eigentlich nur Haut,
Zäh
Würgreizansprechend,
Pikant, damit es irgendwie runtergeht
Tut es aber nicht
Schnell Gemüse bestellt
Gemüse ist hier immer hervorragend
Ist es unhöflich
Eine ganze Portion Fleisch stehen zu lassen?
- will man es denn so nennen...
Ich denke mir,
Es wäre sicherlich schlimmer
Als sich das Essen am Tisch
Noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen
Der größte Fehler, den man machen kann,
Wenn ein Restaurant schlecht besucht ist
Und man keine Ente vorbestellt hat
Sie kommt binnen Sekunden,
Kalt,
Gummi,
Eigentlich nur Haut,
Zäh
Würgreizansprechend,
Pikant, damit es irgendwie runtergeht
Tut es aber nicht
Schnell Gemüse bestellt
Gemüse ist hier immer hervorragend
Ist es unhöflich
Eine ganze Portion Fleisch stehen zu lassen?
- will man es denn so nennen...
Ich denke mir,
Es wäre sicherlich schlimmer
Als sich das Essen am Tisch
Noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen
Montag, 9. Dezember 2013
Smog in Shanghai
Es war soweit, ich durfte ins viel diskutierte China, nach Shanghai, wo die Stararchitekten ihre Werke so schnell errichten als würden sie es mit Lego tun. Die Architektur ist tatsächlich beeindruckend - wenn man auf moderne Gebäudekunst steht - wie man zum Beispiel auf folgendem Foto von DER Skyline sieht
Das war an meinem ersten Abend, etwa vor einer Woche, und es hat mich schon ziemlich beeindruckt am "Bund" zu stehen und diese Moderne zu bewundern. Auch wenn ich tagsüber nicht viel mit Downtowns im amerikanischen Stil anfangen kann, die nächtliche Beleuchtung wirkte dann doch aufregend. Ich könnte jetzt viel dazu schreiben, über das Geld, das da hineingesteckt wird, über Großprojekte, die funktionieren, über Städteplanung, die Konsistenz aufweist, weil niemand der Partei dazwischenfunkt. Ich könnte über die Vor- und Nachteile des chinesischen Kommunismus schreiben, über tanzende Chinesen und das Recht des Stärkeren. Doch das werde ich zumindest mit diesem Eintrag nicht tun, denn seit Tagen beschäftigt mich fast ausschließlich ein Thema: SMOG. Die Stadt sieht die Tage etwa so aus
Tatsächlich war es zwischenzeitlich sogar noch wesentlich schlimmer und man konnte nur einige Meter weit blicken. Der sogenannte "air-quality-index" (AQI) lag bei über 500. Ab 75 ist die Luft schon nicht zu gebrauchen, also was soll einem 500 sagen? Ich kann es euch verraten: Man fängt an das Gefühl zu haben, man würde in einem Dark Future Film leben, in einer Welt, die es versaut hat. Man will nicht raus, denn wer möchte schon sein Riechorgan freiwillig an einen Auspuff halten? Natürlich muss man hin und wieder vor die Tür, zur Arbeit, zum Essen, und sieht all die Menschen, die mit ihren Atemschutzmasken entweder völlig gleichgültig dreinblicken, oder aber so schockiert wie man selbst. Ich bin hier fremd, das macht es nicht einfacher. Ich fühle mich wie ein Alien in einer Welt, in der ich nicht sein will. Ich wühle mich durch die zähe Luft, um mir irgendwo einen Kaffee zu bestellen, und selbst das wird durch die Sprachbarriere zu einer Herausforderung. Ich werde um neun Uhr Abends müde, weil die Luft mich fertig macht. Die Augen sind gereizt und die Haut wird täglich schlechter. Sport draußen geht nicht, also wird man noch träger. Man geht durch das Zentrum und überall shoppen die Chinesen als gebe es kein Morgen, sie haben durchaus Sinn für Mode. Für sie sind Gucci und Dolce&Gabbana geschaffen, es passt wie Schokoladensauce auf Vanilleeis. Und ich stelle mir bloß vor wie die Frauen vor ihren Spiegeln millimeterweise Make-up auftragen, um das Grau ihrer Gesichter zu retuschieren, das sich unweigerlich einstellt, atmet man für längere Zeit das, was eigentlich Luft sein sollte.
Wir im Westen sind natürlich mit Schuld an diesem Boom. Doch das liegt sicherlich auch daran, dass kaum einer die wahre Verbindung zwischen seinem Smartphone, oder etwa den viel zu vielen Spielsachen für die Kinder, und dieser Katastrophe sieht. Man mag schon wissen, dass alles Mögliche aus China kommt und dass es der Umwelt hier dadurch schlecht geht, aber man kann sich nicht vorstellen, was die Konsequenzen sind, weil sich sowas doch niemand freiwillig antun würde... Es ist für mich tatsächlich unvorstellbar, dabei war ich schon 1993 von Los Angeles geschockt, weil es eine Smogglocke um sich herum hatte, die man vom Flugzeug aus sehen konnte. Aber das war gar nichts, die Luft war okay, man konnte normal sehen. Hier in Shanghai ist die gesamte Region vergiftet. Man kann auch nicht eben mal ein paar Kilometer hinausfahren in die Natur, hier gibt es nur Stadt. Es geht mir nicht in den Kopf, dass sich eine Nation selbst so etwas zufügt. Warum, wozu? Um reich zu werden? So trivial es ist, schon vor zweitausend Jahren wusste Virgil, dass der größte Reichtum die Gesundheit ist. Die Chinesen haben bislang eine sehr hohe Lebenserwartung und man kann denken, dass auch sie sich des Zusammenhangs bewusst sind. Doch wenn sie nicht sofort umdenken, dann wird die Welt düster aussehen. Wenn nur der Wind hilft, der den Dreck in die benachbarten Länder trägt, dann kann man sich ausmalen wie eine Zukunft aussieht, in der mehr und mehr Menschen leben.
Ich für meinen Teil werde nun noch mehr versuchen auf Qualität und nicht auf Quantität zu achten. Ich freue mich jetzt schon wieder auf die Welt, in der man sich nicht freuen muss, wenn der AQI von 500 auf 200, also von "gesundheitsschädlich" auf "ungesund" fällt, weil die Luft dann zumindest nicht mehr ganz so schlimm stinkt und man etwas weiter sehen kann. In zwei Wochen ist es soweit.
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