Eins ist klar: Hier in Berlin brauchen wir mehr lokale Erwärmung. Wir brauchen Sommer, in denen auch mal 30 Grad erreicht werden und Winter, die man auch ohne Funktionalbekleidung überleben kann. Wir brauchen mathematische Modelle, die uns vorhersagen können, an welchen Stellen der Erde wir mehr CO2 ausstoßen müssen, damit wir einen lokalen Hitzepunkt erhalten. Wenn wir das Wissen haben, können wir an den berechneten Orten Kohlenstoffdioxid ausschütten und dabei noch ein gutes Gewissen haben.
Sofort!
Mathematische Grüße,
Matthias Kostka
Sonntag, 28. November 2010
Dienstag, 23. November 2010
Terror
Ist er in dir
Oder in mir?
Nein.
Oder?
Heute Morgen stand es doch in der Zeitung
Und das Radio sprach auch davon
Und der Arbeitskollege erzählt nichts Anderes
Und das viele Grün
Oder das viele Blau
Alles ist wuselig
Die Kuppel ist zu
Der Minister erzählt
Die Seiten voll mit dem Spuk
Manche fragen nach den Türmen
"Kontrollierte Sprengung"
Und Fakten gibt es zuhauf
Die Gegner sind überzeugt
Die Anderen aber auch...
Und wir halten das Fernrohr falschherum
So wie jetzt
So wie immer
Also weg damit, hat doch keinen Zweck
Im Biergarten an der Sonne
Trinken wir einen Cappuccino oder ein Alster
Reden über Fußball, Facebook und den Rest
Mit einem Lächeln im Gesicht
Weil man es nicht wissen kann
Und wie beim Autofahren hofft
Dass es so großartig bleibt
Oder in mir?
Nein.
Oder?
Heute Morgen stand es doch in der Zeitung
Und das Radio sprach auch davon
Und der Arbeitskollege erzählt nichts Anderes
Und das viele Grün
Oder das viele Blau
Alles ist wuselig
Die Kuppel ist zu
Der Minister erzählt
Die Seiten voll mit dem Spuk
Manche fragen nach den Türmen
"Kontrollierte Sprengung"
Und Fakten gibt es zuhauf
Die Gegner sind überzeugt
Die Anderen aber auch...
Und wir halten das Fernrohr falschherum
So wie jetzt
So wie immer
Also weg damit, hat doch keinen Zweck
Im Biergarten an der Sonne
Trinken wir einen Cappuccino oder ein Alster
Reden über Fußball, Facebook und den Rest
Mit einem Lächeln im Gesicht
Weil man es nicht wissen kann
Und wie beim Autofahren hofft
Dass es so großartig bleibt
Samstag, 20. November 2010
Als J. D. Salinger nie wieder arbeiten musste
Jerome David Salinger ist Anfang dieses Jahres gestorben. Plötzlich war dieses Buch wieder in den Medien, das er 1951 veröffentlicht hatte: "Catcher in the Rye", oder "Der Fänger im Roggen" wie es auf Deutsch später übersetzt wurde. Es ist ein Buch, das etwa 65 Millionen Mal verkauft worden ist, so oft wie "Der Alchemist" oder "Der kleine Prinz". 65 Millionen! Das muss man sich erst mal vorstellen... als hätte es jeder einzelne Franzose bei sich im Regal stehen. Es gehört zu den zehn meistverkauften Romanen, die je geschrieben worden sind. Der Titel erweckte mein Interesse, noch mehr fand ich aber die Tatsache spannend, dass dies der einzige Roman war, den Salinger in seinen 91 Jahren auf der Erde veröffentlicht hatte. Nachdem der Erfolg schlagartig eingesetzt hatte, zog sich der Schriftstller in den 50gern zurück und brachte kein vergleichbares Werk heraus.
Nun, das in meiner Ausgabe knapp 270 Seiten lange Buch ist kurzweilig. Es ist schnell durchgelesen und saugt einen in die Handlung hinein. Und dennoch, wäre es in den letzten Jahren erschienen, es wäre vielleicht kein großer Erfolg geworden. Ich denke damals hat es die Weichen gestellt für viele spätere Romane der Gegenwartsliteratur, die sich mit sozialen Missständen, Alkohol und den Problemen mit dem Erwachsenwerden auseinandersetzten. Insbesondere die einfache, dem Protagonisten angepasste Sprache, ist charakteristisch und der Stil wurde später vielfach kopiert. Gerade dadurch, dass so viele Romane folgten, die ähnlich geschrieben sind und ähnliche Probleme schildern, hat es sicherlich nicht mehr den Reiz, den es vor 60 Jahren hatte. Wenn man es allerdings in dem Vorreiter-Kontext betrachtet, in dem es zu sehen ist, wird es schon wieder interessanter. Ich persönlich finde es erstaunlich, dass die Probleme, die die Jugend heutzutage hat, denen in den Vierzigern in New York so ähnlich sind. Dagegen wirken die Erinnerungsfragmente aus dem polnischen Kommunismus, die ich noch vage in meinem alternden Schädel aufrufen kann, wie ein Relikt aus der Steinzeit.
Zunächst sollte ich erklären, worum es überhaupt geht. Holden Caulfield, ein 16jähriger Junge, ist der Protagonist der Geschichte. Er hat viele biographische Merkmale, die auf Salinger zutreffen, insbesondere ist er auch in New York groß geworden und hatte dort mit den üblichen Großstadtproblemen zu tun. Wie viel genau von der Geschichte auf den Autor zutrifft, ist schwer zu sagen.
Caulfield fliegt von seiner Schule, weil er einfach überall schlechte Noten hat. Er hat in der elitären Einrichtung, die er besuchen muss, keine Freunde gefunden und kommt dort so ziemlich mit niemandem zurecht. Die einzigen, die er überhaupt noch als okay bezeichnet, sind die wenig erfolgreichen, oder hässlichen, oder unglücklichen. Die normalen hält er grundsätzlich alle verlogen und man kann schon an der Grundhaltung Holdens lesen, dass er nicht glücklich ist.
Holden Caulfield haut ab, fährt zurück nach New York, wo er aber nicht zu seinen Eltern fährt, sondern das viele Geld, das er von ihnen hat, verprasst. Der Handlungsstrang ist bescheiden. Er geht in ein Hotel, geht in eine Bar, kann dort wegen seines Alters nur Cola trinken, tanzt mit drei älteren Frauen, zahlt ihre Drinks, geht deprimiert zurück ins Hotel, lässt sich eine Hure auf sein Zimmer bringen, mit der er dann doch nur reden will, schickt sie wieder weg, prügelt sich (lässt sich verprügeln)... und so weiter und so fort. Die Handlung ist im Hintergrund, im Vordergrund sind seine Beobachtungen, denn er verhält sich wie ein Schriftsteller, zurückhaltend, beobachtend, beurteilend. In diesem Fall, verurteilend. Oft steckt man in seinem Kopf, in dem es meist um Frauen geht, oft aber auch um seine Familie, um seine Schwester, aber noch öfter um seinen verstorbenen Bruder mit dessen Tod sein eigenes Elend überhaupt erst angefangen hatte.
In all seinem Tun klingt der Verdruss durch und die gesamte Handlung kann man interpretieren als Kritik der Verlogenheit Amerikas in seiner Zeit. Es wiederholen sich immer wieder Sätze wie "die machten mich fertig", "das deprimierte mich" oder "es machte mich wahnsinnig". Das Wort "goddam" kommt in der Originalausgabe laut Wikipedia 255 Mal vor. Der Junge wird nicht glücklich... bis... Na, ob er abstürzt, wegrennt, glücklich wird oder stirbt, das soll hier nicht verraten werden. Nur soviel, er ist der Fänger im Roggen, und dieser tut wahrlich Gutes.
Das Buch wird sicherlich denjenigen gefallen, die Schriftsteller wie Hornby, Dijan, Bukowski oder Celine mögen. Es ist eine gute Geschichte für zwischendurch für Leute, die sich mit Gesellschaftskritik in dieser Form anfreunden können - für Fans hochtrabender Sprache und einzig den schönen Dingen im Leben vielleicht nicht. Mir persönlich hat es Spaß gemacht es zu lesen, auch wenn es nicht ein Erlebnis war wie bei Hemingways alten Mann oder bei Celines Reise ans Ende der Nacht.
Freitag, 19. November 2010
Die Besten
Die Welt der Arschkriecher,
Der Schleimer und Besserwisser
Die Welt der künstlichen Brüste,
Der gemalten Gesichter
Die Welt des Scheins
In der niemand leidet
Die Welt des Scheins
In der so viele leiden
Die Welt der Prostitution,
Der Drogen und der Gewalt
Die Welt des Konsums
Mit all den Folgen
Für die Menschen selbst
Für die Umwelt erst recht
Die bekackte kapitalistische Welt
Die mehr schlaue, beneidenswerte,
Kreative, schöne, faszinierende,
Einzigartige, bunte und schräge Menschen hervorbringt
Als jede bisher da gewesene
Aber noch mehr hirnverbrannte Idioten,
Die zwischen Realität und Werbung nicht unterscheiden
Und so die Welt
Durch ihren Smog,
Ihre Aggressivität und Gier
Durch den viel zu hohen Output
Zerstören
Der Schleimer und Besserwisser
Die Welt der künstlichen Brüste,
Der gemalten Gesichter
Die Welt des Scheins
In der niemand leidet
Die Welt des Scheins
In der so viele leiden
Die Welt der Prostitution,
Der Drogen und der Gewalt
Die Welt des Konsums
Mit all den Folgen
Für die Menschen selbst
Für die Umwelt erst recht
Die bekackte kapitalistische Welt
Die mehr schlaue, beneidenswerte,
Kreative, schöne, faszinierende,
Einzigartige, bunte und schräge Menschen hervorbringt
Als jede bisher da gewesene
Aber noch mehr hirnverbrannte Idioten,
Die zwischen Realität und Werbung nicht unterscheiden
Und so die Welt
Durch ihren Smog,
Ihre Aggressivität und Gier
Durch den viel zu hohen Output
Zerstören
Dienstag, 16. November 2010
Ausschnitt Jack Casablancas' Blues
Es folgt ein kurzer Ausschnitt aus meinem neuen Roman Jack Casablancas' Blues.
Nur wenige Stunden später wurde ich geweckt. Julia rannte zu den Fenstern und riss sie auf, dabei schimpfte sie mit einer Stimme, die so trocken war, dass ich sie nicht hören mochte.
»Bah, stinkt das hier nach Alkohol! Ja, so geht es los, erst keinen Job, dann kommt der Alkohol! Und wie soll das dann besser werden? Soll ich etwa meine Familie ernähren, während der Herr im Haus besoffen auf dem Sofa schläft, nachdem er die Nacht mit irgendwelchen Huren durchgesoffen hat? Das muss ich mir aber sehr gut überlegen!«
Ich versuchte sie aus meinen verklebten Augen heraus zu erkennen... sie sah sehr verstört aus, ihre Haare waren zerzaust und auf ihrer weißen Haut schien sie viele rote Punkte zu haben. Sie arbeitete wirklich zu viel.
Ich sagte kein Wort und legte mich wieder hin, doch einschlafen konnte ich erst, nachdem die Eingangstür zugeknallt worden war. Ich empfand die Gesamtsituation jetzt als unerträglich und wollte nicht daran denken. Es war ein schönes Gefühl im Land der Träume zu versinken... ich schlief weiter bis dreizehn Uhr.
Nur wenige Stunden später wurde ich geweckt. Julia rannte zu den Fenstern und riss sie auf, dabei schimpfte sie mit einer Stimme, die so trocken war, dass ich sie nicht hören mochte.
»Bah, stinkt das hier nach Alkohol! Ja, so geht es los, erst keinen Job, dann kommt der Alkohol! Und wie soll das dann besser werden? Soll ich etwa meine Familie ernähren, während der Herr im Haus besoffen auf dem Sofa schläft, nachdem er die Nacht mit irgendwelchen Huren durchgesoffen hat? Das muss ich mir aber sehr gut überlegen!«
Ich versuchte sie aus meinen verklebten Augen heraus zu erkennen... sie sah sehr verstört aus, ihre Haare waren zerzaust und auf ihrer weißen Haut schien sie viele rote Punkte zu haben. Sie arbeitete wirklich zu viel.
Ich sagte kein Wort und legte mich wieder hin, doch einschlafen konnte ich erst, nachdem die Eingangstür zugeknallt worden war. Ich empfand die Gesamtsituation jetzt als unerträglich und wollte nicht daran denken. Es war ein schönes Gefühl im Land der Träume zu versinken... ich schlief weiter bis dreizehn Uhr.
Samstag, 13. November 2010
Die Mädchen von Montmartre
Die Mädchen von Montmartre
Sie hatten leuchtende Augen und rote Mäntel
Sie hatten ein Lächeln im Gesicht
Sie hatten keines in der Seele
So schön, so fröhlich es erschien
So bedeutungslos war es
Sie träumten von der weiten Welt
Wollten raus aus dem Elend in das sie sich jeden Tag selbst hineintrieben
Mit all den unglücklichen Beziehungen
Oder Affären
Oder dem Alkohol
Sie spielten mit den Männern,
Oder andersrum
Oder sie waren homosexuell
Oder sie tranken
Laura, Paulina, Fatma, Peaches, Halo, oder wie sie hießen
Französinnen französischer, algerischer, marokkanischer, chinesischer oder sonst einer Herkunft
Sie alle hatten einen sitzen
Und ich fuhr drauf ab
Sie sagten ich wäre eigenartig
Ja, sicher, sie hatten recht
Aber eines war auch klar,
Sie waren alle irre
Nur in ihrem kleinen, dreckigen, sexüberfüllten Montmartre war das halt so
Und ich fühle mich so normal wie seid langem nicht
Freitag, 12. November 2010
Motor FM
Ich muss schon sagen... dieses Radioprogramm kann einen fertig machen. Egal wo man in Deutschland unterwegs ist, wenn man auf gute, junge, alternative Musik und niveauvolle und dennoch humorvolle Ansagen sucht, dann ist man verloren. Wenn man in NRW, einem so großen Bundesland, das Radio anmacht, dann kann man schon traurig werden. Dann hört man 1Live, weil es der einzige Sender zu sein scheint, der nicht für Rentner geschaffen ist. Da bin ich schon irgendwie froh, dass ich hier jedes Mal nur für wenige Tage bin und dann schon wieder nach Berlin zurückfahre...
Gut, dass es das Internet gibt, dann sind die wenigen guten Sender überall auf der Welt mit dabei. Motor FM kann ich immer hören, denn es gibt fast nur gute Sendungen. Außer vielleicht am Abend, wenn dieses Mädel versucht Englisch zu sprechen... aber das passt schon. Ob Auslandsspionage oder Morningshow, es wartet gute, neue Musik und nette Moderation von Leuten wie Max Spalleck, Diane Hielscher oder dem Typen, der gerne ein schicket Auto hätte, Winson.
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